An einem Vormittag im Dezember fuhr ich zu Daniela und ihrer Familie, sie hat meinen flyer bei ihrer Hebamme mitgenommen. Ich kam in eine schmale Spielstrasse in einem Konstanzer Vorort, etwas in der Höhe gelegen mit einer mega Aussicht über die Wiesen, sonnigem klaren Himmel, rechts vor ihrem Haus Apfelbäume, die Strasse war an vielen Stellen bunt bemalt mit Strassenmalkreide, Reihenhäuser mit Bobbycars, Laufrädern und Springseilen vor der Haustüren. An den Fenstern Sterne und Lichterketten. Ein helles weißes, modernes Haus, nach einer herzlichen Begrüßung wurde ich direkt hoch ins Wohnzimmer mitgenommen, vorbei an großformatiger Wandkunst, einer Reihe Straßenschuhen, an der Wand hing ein bunter langer Adventskalender aus bunten Strümpfen an einer Schnur. Lilli und Julia zeigen mir ihre Kinderzimmer, es wird Tee gemacht und Plätzchen mit bunten Streuseln aus goldenen Keksdosen geholt. Daniela erzählt die Entstehungsgeschichte von dem großen Bild in ihrem Flur und wann sie es gemalt hat, die beiden kiddies verkrümeln sich in ihre Kinderzimmer, Mathias kommt mit einem großen Korb voll Holz in den Händen zu uns dazu.  Wir trinken Tee, reden über ihr zuhause, über Weihnachtsmärkte, Hausaufgaben,Tragetücher und Stillmode, sie beschließen einige Fotos vor der Bauchbemalung zu machen und erzählen ihre Kennenlerngeschichte. Mathias holt die beiden Mädels und Daniela breitet Badetücher auf ihrem Sofa aus, Farben um uns herum, Urlaubsgeschichten, Weihnachtswünsche,Babynamen, Lieblingsfarben, ein munteres Erzählen, Fragen, sehr freudig und entspannt. Ich mache den Anfang und beginne wie bei einem Mandala in der Mitte um Danielas Bauchnabel, Pinsel werden ausgesucht und Musik angemacht, die drei malen abwechselnd und gleichzeitig, plaudern, kichern, diskutieren und lachen viel. Versinken, vertiefen und konzentrieren sich irgendwann mit sich und ihren Farben. Reden noch unglaublich viel miteinander obwohl sie jetzt nichts mehr sagen. Streichen mit großen Pinseln über den runden Bauch, tupfen, streicheln und holen immer wieder neue Farben hinzu. Ich trinke meinen Tee, der nach Zimt riecht, bringe frisches Wasser für ihre Pinsel und mache hin und wieder ein Foto. Ich dokumentiere eine Familienzeit, wie sie schöner, natürlicher, entspannter und freudiger kaum sein könnte. Als kein freies Plätzchen mehr übrig bleibt machen wir viele Bilder zusammen während weiter erzählt, gelacht und gestreichelt wird. Es werden Handabdrücke gemacht, die mit den Farben verschwimmen, sich vermischen und den Bauch mit jedem Bild verändern. Ich fange die Momente mit den Fotos ein,als sie leise, ruhig und still werden wasche ich die Pinsel aus in der Küche aus und verabschiede mich. Voller Wärme und Freude in meinem Bauch laufe ich an den Apfelbäumen vorbei, mit meinem Farbenkoffer in der Hand sehe ich lächelnd in den klaren blauen Himmel.

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